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Halvings, programmierte Knappheit und Preis: die deflationäre Mechanik von Bitcoin erklärt

Wichtige Punkte
  • 01Das Halving im April 2024 reduzierte die Bitcoin-Emission von 6,25 auf 3,125 BTC pro Block.
  • 02Historisch gehen den Halvings Phasen starker Preissteigerung zwischen 12 und 18 Monaten danach voraus.
  • 03Der letzte Bitcoin wird etwa im Jahr 2140 geschürft, mit einem auf 21 Millionen begrenzten Gesamtangebot.

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Bitcoin-Münze mit goldenem Licht

Als Satoshi Nakamoto Bitcoin 2008 entwarf, baute er einen Mechanismus in den Code ein, den es in keinem anderen Währungssystem der Geschichte gibt: eine programmierte und vorhersehbare Reduktion der Emissionsrate. Dieser Mechanismus heißt Halving und ist vielleicht das wichtigste Merkmal von Bitcoin als Wertspeicher.

Die Funktionsweise ist einfach. Die Miner sind die Knoten des Netzwerks, die die Transaktionen verifizieren und sie der Blockchain hinzufügen. Als Gegenleistung für diese Arbeit erhalten sie eine Belohnung in Bitcoin für jeden Block, den sie schürfen (ein Block alle ~10 Minuten). Diese Belohnung begann 2009 bei 50 BTC. Alle 210.000 Blöcke (etwa 4 Jahre) halbiert sich die Belohnung.

Im April 2024 fand das vierte Halving statt. Die Belohnung sank von 6,25 BTC auf 3,125 BTC pro Block. Das bedeutet, dass der Markt etwa 450 neue BTC pro Tag erhält, gegenüber den 900, die er vor dem Halving erhielt. Das neue Angebot hat sich halbiert, doch die Nachfrage wächst weiter.

Die historischen Daten sind faszinierend. Nach dem ersten Halving 2012 stieg Bitcoin in zwölf Monaten von 12 $ auf 1.200 $ (+9.900 %). Nach dem zweiten Halving 2016 stieg er von 650 $ auf 20.000 $ (+2.900 %). Nach dem dritten Halving 2020 stieg er von 9.000 $ auf 69.000 $ (+666 %) und markierte in jedem Zyklus ein neues Allzeithoch. Jeder Zyklus hat seine eigenen Merkmale, doch das Muster der Wertsteigerung nach dem Halving ist konsistent.

Der Grund für dieses Muster ist grundlegend: Angebots- und Nachfrageökonomie. Wenn die Nachfrage nach Bitcoin konstant wächst (mehr Investoren, mehr Unternehmen, mehr Länder, die ihn übernehmen), während sich das neue Angebot halbiert, muss der Gleichgewichtspreis steigen.

Doch es gibt etwas Tieferes. Das Halving wirkt sich nicht nur auf den Preis aus; es wirkt sich auf die Ökonomie des Minings aus. Wenn die Belohnung sinkt, sind die weniger effizienten Miner nicht mehr rentabel und schalten ihre Maschinen ab. Das verursacht eine vorübergehende Korrektur der Netzwerkschwierigkeit, die sich alle 2.016 Blöcke automatisch anpasst. Das Ergebnis ist ein Netzwerk, das mit jedem Zyklus effizienter und dezentraler wird.

Für die Treasury-Unternehmen ist das Halving ein externer Katalysator, der ihre These stärkt. Sie haben Bitcoin nicht gekauft, weil sie das Halving antizipierten; sie kauften, weil sie an die programmierte Knappheit als Fundament des Werts glauben. Das Halving ist die vierjährliche Bestätigung, dass diese Knappheit real, mathematisch und dauerhaft ist.

Im Jahr 2140 wird der letzte Bitcoin geschürft. Ab diesem Moment werden die Miner ausschließlich über die Transaktionsgebühren entlohnt. Bis dahin wird es, wenn das Netzwerk so funktioniert wie von seinen Entwicklern vorgesehen, genügend wirtschaftliche Aktivität im Netzwerk geben, damit diese Gebühren ausreichen. Es ist das kühnste monetäre Experiment der Geschichte.

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